Aus zwölf Kiezblocks werden vier – wieso?

Aus zwölf Kiezblocks werden vier – wieso?

Du fragst dich sicher, was aus den zwölf Kiezen geworden ist, in denen bis zum Frühjahr 2026 Kiezblocks umgesetzt werden sollten, oder?

Nach der Auswahl der Kieze, der Bestandserhebung, der Beteiligung und der Erstellung der Konzeptentwürfe war ursprünglich geplant, dass die bezirklichen Entscheidungstragenden zwölf Kieze auswählen, die zu Kiezblocks werden sollen. Das Projekt sollte als Modellprojekt für den Fußverkehr im Bezirk Mitte nach § 58 Abs. 3 Berliner Mobilitätsgesetz mit Geldern der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) umgesetzt werden.

Doch im Laufe des Projekts kam es 2025 zu einem vorläufigen Finanzierungsstopp von Seiten der SenMVKU, wodurch die zugesagten Mittel für die Planung und Beteiligung nicht zur Verfügung standen (siehe Pressemitteilung vom 15.05.2025).

Das Projekt „Kiezblocks für Mitte“ wurde an neue Rahmenbedingungen angepasst.

In Absprache mit SenMVKU wurden vier Kiezblocks ausgewählt, in denen sanfte Maßnahmen wie Einbahnstraßen auch ohne bauliche Maßnahmen wie Pollerreihen noch eine effektive Wirkung entfalten können.

In diesen vier Kiezen werden 2026 Kiezblocks umgesetzt:

  • Flottwellkiez
  • Soldiner Kiez Ost
  • Soldiner Kiez West
  • Stephankiez

Dazu informierte auch das Bezirksamt Mitte (siehe Pressemitteilung vom 17.07.2026).

Nach welchen Kriterien wurden die vier Kieze ausgewählt?

Aufgrund der neuen Vorgaben wurden Kieze ausgewählt, deren Konzepte auch nur mit verkehrslenkenden Maßnahmen funktionieren können. Daher mussten, abweichend von der ursprünglichen Priorisierung der Kieze nach Eignung zur Umsetzung von Kiezblockmaßnahmen, neue Kriterien zur Auswahl der vier umzusetzenden Kiezblockkonzepte definiert werden. Für die Verkehrslenkung durch Einbahnstraßen eignen sich schmale Straßen, da sie die Einhaltung der vorgeschriebenen Fahrtrichtung fördern. In breiteren Straßen dienen Verengungen genau diesem Zweck, z. B. durch vorgezogene Gehwege oder Mittelinseln.   

Warum eignen sich viele Konzepte unter diesen neuen Vorgaben und Kürzungen nicht mehr für eine Umsetzung in 2026?
Viele der erarbeiteten Kiezblockkonzepte sind unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht umsetzbar, da sie auf viele Maßnahmen zurückgreifen, welche den Kfz-Verkehr auch physisch lenken. Der Einsatz von Einbahnstraßen ohne zusätzliche bauliche Maßnahmen würde dort voraussichtlich nur eine geringe Wirkung erzielen. Das ändert jedoch nichts daran, dass diese Kiezblockkonzepte hier grundsätzlich sinnvoll sind. Das betrifft: Arkonaplatz, Auguststraßenkiez, Böttgerblock, Brunnenstraße West, Gartenstraßenkiez, Gendarmenmarkt, Gesundbrunnen, Grenzstraße, Kameruner Straße, Lehrter Straße, Malplaquetkiez, Moabit West, Uferstraßenkiez und Wilsnacker Straße.

Und wie geht’s jetzt weiter?

Nachdem die vier Kiezblocks umgesetzt sind, werden wir evaluieren, ob das damit verfolgte Ziel erreicht wird oder ob stärkere bauliche Maßnahmen erforderlich sind, um die Straßen sicherer und ruhiger zu machen. Die Evaluierung erfolgt durch Verkehrsbeobachtungen und -zählungen sowie durch Befragungen vor Ort im jeweiligen Kiez. Nach einer Eingewöhnungsphase in die neue Verkehrssituation werden wir, wie im letzten Frühjahr, wieder mit unserem Lastenrad vor Ort sein und freuen uns auf eure Einschätzung. Haben sich die verkehrliche Lage und euer Sicherheitsempfinden verändert? Ist es besser oder sogar schlechter geworden oder etwa gleich geblieben? Wir freuen uns, mit euch ins Gespräch zu kommen. Unter Aktuelles informieren wir über die Termine.

Heute ist nicht alle Tage.

Dass in diesem Jahr nur Kiezblocks in den Kiezen Flottwellkiez, Soldiner Kiez Ost, Soldiner Kiez West und Stephankiez umgesetzt werden, heißt nicht, dass die ganze Arbeit und auch dein Engagement in der Beteiligung zu den restlichen Kiezen umsonst waren. Die erarbeiteten Kiezblockkonzepte liegen bereit für eine spätere Umsetzung, wenn eine Finanzierung gesichert ist.

Halte dich hier auf dem Laufenden, um keine Termine oder Neuigkeiten zu verpassen. Gemeinsam gestalten wir die Kiezblocks für Mitte!